Was so passiert…

…also die Tochter ist seit dieser Woche wieder bei der Tagesmutter. Erstmal. Ein Kindergartenplatz zu bekommen gestaltet sich (noch) schwieriger als man das so vermutet. Jaja, ich hatte es auch vergeigt ein, zwei Jahre vorher da mich auf diverse Wartelisten setzen zu lassen. Was besonders dann traurig ist, wenn die große Kleine uns ansieht und sowas sagt wie „auch Kindergarten“. Wir wohnen hier in einem Gebiet mit großer Kindergartendichte und stolpern täglich in eine Gruppe. Wie es der Zufall so will, hatten wir dann doch ein vielversprechendes Vorgespräch in meiner bevorzugten Kita. (Bei der ich mich mal über’n Gartenzaun in eine Liste eingetragen habe. Obwohl ich scheues Reh ja sonst sozialen Interaktionen doch eher aus dem Weg gehe.)

Tagesmutter also. Und wie es der Zufall so will, kann auch der Kleine bei der gleichen Tagesmutter einziehen. Ab September schon. Ich routiere also, um die nötigen Bescheinigungen und Anträge zusammenzuklöppeln. Kopiere via scannen, um nach drei Fehldrucken das Ganze dann doch dem Freund heute abend vor die Füße zu kippen, weil alles so pixelig bei seinem Laserdrucker. Nix zu erkennen. (Vertraut niemals nicht einem Informatiker sondern bleibt beim Tintenstrahldrucker! Jaja, teuer, aber funzt und sieht gut aus.) Bin ich eigentlich die einzige, die zum Drucken erst zwei 5L-Kanister zur Seite stellen muss?

Kinderbetreuung für beide bedeutet für mich: Studium! Habe aber leider die Rechnung ohne den Wirt gemacht….Ich dümpel ja schon recht lange im Probestudium rum und müsste jetzt eine bestimmte Zahl an ETCS nachweisen…die ich nicht habe. Weltuntergang. Der Freund rettete mich mit einem Blick in die Zugangsprüfungsordnung und – heyhey- pro Kind verlängert sich die Frist um drei Semester. Super. Haben sich die Schmerzen bei der Geburt dann doch gelohnt! Nicht ganz so einfach, der Abteilungsleiter muss wohl noch mit ins Boot genommen werden…ich bin wohl eine der wenigen langsamen Studentinnen, die es dennoch damit ernst meinen.)

Gefühlsmäßig…den 10-Monats-Mops abzugeben ist natürlich schon ein bisschen schwer. Andererseits brauche ich auch dringend Zeit ohne Kinder. Nicht nur geistigen Anspruch, sondern auch echtes alleine sein. Der Freund hilft viel und oft, aber häufig bringt das auch wieder Konflikte mit sich. Zum Beispiel die Tatsache, dass er gerne den Weg des geringsten Widerstandes nimmt. Das gefällt mir nicht, weil ich dann strenger erscheine, als ich eigentlich bin. Wenn Papa zum Beispiel immer die Schuhe anzieht, dann ist es natürlich gleich eine Zumutung, wenn Mama mal vorschlägt, dies doch wenigstens alleine zu probieren. Da habe ich oft das Gefühl, dass ich die Kämpfe ausfechte, vor denen er sich drückt.

Was tun wenn’s brennt?

Wir leben in modernen Zeiten. Also installieren ich eine App. Sogar zwei.

Fitnessraum: Damit möchte ich die Schmerzen aus meinem Körper vertreiben. Wahrscheinlich werde ich sie erst gegen Muskelkater tauschen. Die Stimmungsaughellung durch Sport wirkt zum Glück sofort.

Spotify: Geistigen Anspruch und Ablenkung von blöden (negativen) Gedankenschleifen. Außerdem: bessere Hintergrundmusik für den Sport.

Weitere Maßnahmen: 

– Den Freund mit den Kindern rausjagen (vergraulen). Und zwar 2x heute. Ich brauch‘ Zeit allein. Buchstabiere: A-L-L-E-I-N. Na gut, der Hund darf bleiben.

– Mir meine Fehlentscheidung eingestehen. Vollzeit zwei Kinder betreuen ist mir zu viel. Die Kita-Platz-Suche läuft. 

Ich bin müde…

..und möchte allein sein, aber der Junge ist müde und möchte deshalb nicht allein sein. Später kann ich nicht schlafen, weil ich nicht genug alleine war und versuche weiterhin allein zu sein, während der Junge meine Anwesenheit einfordert. Irgendwann gebe ich auf und gehe schlafen. Zu spät um ausreichend zu schlafen, zu früh, um ausreichend allein zu sein. Morgen bin ich dann müde und möchte allein sein, aber die Kinder wach und mich begleitet das schlechte Gewissen sie gar nicht genießen zu können sondern eigentlich nur allein sein zu wollen. 

Vielleicht geht es dann am Nachmittag, dass ich erst ein bisschen schlafe und dann ein bisschen alleine bin und dann wieder mit ihnen zusammen zu sein.

Burnout-Prophylaxe

Ohne jetzt mit Modewörtern um mich werfen zu wollen: Wenn das Wort beschreibt, dass man sich beim nächsten Heulanfall der Zweidreivierteljährigen gedanklich vom Balkon stürzt und beim Wachwerden denkt: „Bitte einfach nur liegen bleiben dürfen, bitte.“ oder schon der Gedanke einkaufen zu müssen oder irgendwas Putzen einen erschöpft. Also wenn das inbegriffen ist, dann kratze ich da schon dran.

Es ist schon eine Weile anstrengend und ich habe gehofft durch dem gestrichenen Mittagsschlaf wird es etwas leichter. Wird es auch. Aber der Stress wirkt noch nach. Leider versteht mein Freund mein Dauergenöle nicht als Überlastung sondern als meine hervorstechendste Charaktereigenschaft. (Danke!) Drum‘ knallte es am Anfang der Woche gewaltig. 

Insgesamt kann ich aber nicht alles auf ihn abschieben, deshalb fahre ich diese Woche mein Programm runter.

– Der Kühlschrank wird mit Fertiggerichten bestückt.

– Ich mache am Tag nur das nötigste im Haushalt (Aufräumen, Wäsche, Böden.)

– Yoga-Übungen gegen die Verspannungen.

– Ich konzentriere mich auf die Kinder. Keine Nebenprojekte.

– nochmals: kein Nähen, maximal Stricken.

– Beide (!) Kinder abgeben.

– Ein Glas Rotwein am Abend

– 21:00 geht’s ins Bett & Lesen oder Hörspiel.

Ich sehe Licht am Ende des Tunnels!

Bisher meldete sich um 06:00 das Baby und um 22:15-22:30 schlief die Große ein.  Und sie schlief nicht einfach so ein. Es war ein Ringen. Mit Trotzanfällen, genervten/wütenden & müden Eltern und einem wachgebrüllten Baby. Im Zuge der Tagesmutter Aussetzphase kann ich jetzt aber den Mittagsschlaf weglassen. Mit Einsatz des Freundes am Nachmittag, haben wir dann um 20:00 ein sattes, rotwangiges, ausgespieltes Kleinkind unter schwachen Protest ins Bett legen können, dass in 5 Minuten einschlief. Yey!

Versteht den jemand?

Die Tochter möchte jetzt häufig nicht zur Tagesmutter sondern lieber zu Hause bleiben. Ich bin sowieso zu Hause und habe sie gerne hier. Auch wenn das in der Trotzphase nicht immer reine Harmonie ist

Der Freund möchte, dass sie weiter hingeht. Zumindest an drei Tagen. Weil sie da ein (!) Kind hat zum Spielen. Ich muss also ihr morgens gut zu reden. Weil sie sich nicht von mit Trennen möchte und ich kein heulendes Kind da lasse, bringt er sie jetzt morgens. Damit bin ich noch weniger mit ihr zusammen.

Soweit, so gut..

…geht es uns gerade. Nachdem die ersten zwei Zähnchen durchgebrochen sind und er endlich sitzen kann ist er wesentlich zufriedener. Dafür ist Tochter gerade etwas „needy“. Es geht soweit, dass sie gerade nicht zur Tagesmutter möchte. Wir gehen also morgens „hallo“ sagen und wenn sie dann nicht möchte, darf sie wieder mit. (Ich muss sowieso mit dem Hund raus.)

Abends fehlt ihr die Aufmerksamkeit von mir, weil ich oft lange Einschlafstille. Papa ist zwar da, schon ab nachmittags, aber reicht nicht ganz.

Ich schätze es ist ein Entwicklungssprung. An manchen Tagen kann sie sich komplett alleine anziehen inklusive Haare bürsten und Socken, sie hat Laufrad fahren gelernt, sie kann auch manchmal pullern gehen. Sie kann sich besser erinnern und hat eine Ahnung von „Zukunft“. 

Ich fühle mich nicht mehr so zerrissen zwischen beiden. Oft kann ich gar nicht alle Bedürfnisse erfüllen. Der Freund und ich üben uns jetzt darin uns Freräume zu verschaffen, um auch mal Zeit für sich selbst zu haben. Sonst haben wir hier ab 05:50-22:00 Kinder/Arbeit-Programm. Morgen ist er dran 09:00-13:00. Ich dann Sonntag für zwei Stunden Nähen. 

Ansonsten ist exklusiv Mama-Tochter-Spiel für’s WE geplant.

Ein Rhythmus für L.-P.

Ja, unser Sohn trägt einen Doppelnamen. Erst im nachhinein ist mir aufgefallen, dass das ja recht verpönt ist. Zumindest bei ZEIT-Kolumnisten. Wir rufen ihm natürlich nicht beim ganzen Vornamen und auch nicht ellpe, sondern verniedlichen den ersten. Das aber nur am Rande. Eigentlich geht es darum, dass er mit 8 Monaten endlich einen Tagesschlafrythmus bekommt bzw. er hatte ihn schon, aber immer zur Abholzeit der Großen.

Nach langer Diskussion (vorrausgehend Streit) hat sich der Freund zu einer 5-Tagewoche und einem frühen Arbeitsbeginn entschieden (von mir überzeugt worden). Ausschlaggebend war sein beginnendes Ausgebrannt-sein. Burnout. Denn was so entspannt klingt mit Arbeitsbeginn 10:00 Uhr und Freitag frei ist es bei genauere Betrachtung nicht, wenn man Kleinkind & Baby zu Hause hat. Er darf also jetzt regelmäßig pausieren z. B. samstags von 09:00 bis 13:00. Mit der Bedingung: kein PC, keine Arbeit, kein Führerschein. Letzteres wurde eingestellt. Arbeitszeit ist jetzt 08:00-14:00, dann holt er die Kleine ab (gute Begründung auch pünktlich zu gehen). Ich bringe sie morgens mit Baby hin und bekomme sie dann nachmittags frei Haus und der Junge kann ungestört sein Mittagsschlaf machen. (Bzw. Ich auch!)

Ich würde mir auch 3 Stunden ohne Baby wünschen, aber der Kleine klebt gerade sehr an mir und nörgelt recht viel. Das macht es mir manchmal etwas schwer, die Babysache zu genießen. Dabei ist er echt so süß!

 Die Tochter hätte ich gerne mehr zu Hause, lege also ab und zu Mama-Tage ein. Man meint, es ist mit zweien stressiger aber nö: Das sind immer die entspannteren Tage.

Weitere Entwicklungen:

  • Wir verschieben den Kita-Start der Großen auf nächstes Jahr. Vorteil: in Ruhe trocken werden, kein Beginn in der Erkältungssaison, kein gleichzeitiges Eingewöhnen, keine stressige Platzsuche.
  • LP hat dann ab September einen Platz bei der gleichen Tagesmutter.
  • Wir haben mal locker über das Wegziehen aus Berlin gesprochen (Verkehr, Dreck, Nerv!) und kurz darauf kommt der Freund mit einer (sehr) vagen Jobmöglichkeit in einer kleinen Großstadt. Nah an seiner Familie. Mal gucken. Ich bin nicht abgeneigt. Ein Umzug vor Kindergarten-Start würde ich den Kindern zumuten.

Verdammte Axt, ist das anstrengend…

..zwei Kinder unter drei Jahren zuhaben. Dabei habe ich die Erfahrungsberichte im Internet durchaus zuvor gelesen. Aber mit dem gesunden und üblichen Maß an Selbstüberschätzung setzt man sich über sämtliche Bedenken hinweg 

Dann hat man ein laut(!) nörgelndes, weil (vermutlich) zahnendes Baby und ein Kleinkind im schönsten Trotzalter …’tschuldigung Autonomiephase. Erziehungsideale müssen oft pragmatischen Lösungen weichen.

Da gibt es die Auszeit in anderen Raum, über das greinende Kind hinweg steigen und das flach atmen & Ignorieren, wenn sie, um Aufmerksamkeit zu bekommen auf den Boden spuckt. Und sie bekommt viel Aufmerksamkeit! Allerdings ist sie ein Fass ohne Boden.

Auf der anderen Seite versuche ich etwas zu entspannen. Tochter darf jetzt im Wohnzimmer einschlafen, daneben kann ich wenigstens noch etwas tun und nicht im dunklen Zeit absitzen. Plus ein Wutanfall weckt den Kleinen dann nicht. (Obwohl sie das auch schon aus dem Nebenzimmer geschafft hat.)

Schlaf kommt etwas kurz. Die Maus schläft erst nach zehn und der Mops wacht um sechs Uhr auf (oder auch mal 04:30) der Theorie sind das annähernd 8 Stunden. In der Praxis will man Zeit für sich und dem Freund und Unterbrechungen gibt es nachts ja auch.

Das gute daran: Es ist mir egal. Klar bin ich auch mal grantig, wenn ich müde bin und beide Kinder sich nicht einkriegen. Und ich schimpfe schon mal los. Aber ich bin nicht fertig, bin nicht ausgelaugt, nicht überfordert, wie es schon oft der Fall war. Der Grund: der Freund macht sich Gedanken. Er hat den Tagesplan im Kopf. Ich kann sogar die Kinder (beide) abgeben und mich ins Schlafzimmer legen, wenn die Nacht kurz war. Toll. Der Hauhalt steht auch nicht still, nur weil ich mal nicht dazu komme. So gefällt mir das! 

Und dann noch die anderen guten Seiten: das Gegiggle beider Kinder, wenn die Große den Kleinen bespaßt. Die neuen sprachlichen Fähigkeiten der Großen, die ruhigen Stunden mit Baby auf der Decke mit Buch in der Hand. Ja, das alles gefällt mir schon sehr!!!

Zeit, Geld und Überfluss

Egal welche App ich nutze, am Ende stellt sich heraus, dass ich sie wieder lösche. Ich kann mit zuviel Input nicht umgehen. Twitter ist mir zu aufregend, zu viele Diskussionen, zu viele die nicht nachdenken, aber trotzdem viel Sendungsbewusstsein besitzen, zu viel Ärger. Da werden schnell meine Gedanken schwarz und ich erschöpft von den kleinen Überzeugungsarbeiten in 140 Zeichen. Dann bin ich leer und mir fällt ein, was ich alles schönes in der Zeit tun hätte können.

Auch mit Mamikreisel geht es mir so. Ellenlange Kommunikation für den Verkauf eines 2-Euro-Shirts und feilschen um 30 Ct. Porto. Und dann fällt einem auf, dass man am Vormittag ungefähr 10x zum Handy gegriffen hat. Dabei ist das Baby doch so klein und so süß und will kommunizieren.

Doch wohin mit der Kleidung? Im Keller müffelts, es gibt einen Second-Hand in Laufweite und da stapelt sich die Kleidung. Die zentrale Spendensammelstelle öffnet am Donnerstag von 18-20 Uhr (wer hat da Zeit?) Der Freund würde alles in einen Spendencontainer werfen. Wird das geschreddert? Der süße Fleeceanzug, indem vor zwei Monaten noch der kleine Mops steckte. Aber auch weniger sentimentale Gründe gibt es. Es ist eine Abwägungssache. Moneten oder Zeit? Ja, man könnte verkaufen, wenn man Aufwand hineinsteckt. Ist es mir das Wert? In der Zeit, die man vielleicht für konzentriert sein kann unterbrochen werden. „Hey, süßes Shirt. Würde gerne kaufen.“ Herzchenicon.

Es missfällt mir Dinge wegzuwerfen, die noch gut sind. Wahrscheinlich musste ich als Kind zu oft auf stark saugendem beige-braunen Recyclingpapier schreiben. Das hat ein Gewissen eingepflanzt, dass nicht mehr ausgelöscht werden kann. So wie Tinte auf dem besagten Papier.

Ich schimpfe. Ich schimpfe auf das Smartphone, auf die App. Eigentlich meine ich den Überfluss. Warum gibt es so viel Kleidung? Warum soviel Andersdenkende? Und warum dieser Glaube, dass Technik alles vereinfacht. Nicht wahr. Am Ende mache ich dann doch einen Flohmarkt-Verkauf.

The Monthly Stitch

Come sew with us...

HandmadePhD

A lifestyle blog written by a neuroscientist

mensew

One mans adventures in sewing...

crocusallafinestra

creazioni al vento

Kate Eva

• DRESSMAKING, INTERIORS, CRAFTS •

My Wedding Dress Journey

How My Wedding Dress Became My First Sewing Project

MADAME TIFAINE

Sewing, coffee, mistakes, more sewing.

Pootle and make

a sewing blog

Craftily Handmade

Sewing, crafting and making lovely things by hand

Katelyn Sews

A glimpse into Katelyn's sewing adventures!

Mein fast perfektes Leben

Wie ein Tag alles veränderte...

Cat does it.

DIY another day

Tabea Katharina

Blogging. Knitting. Sewing.

sewcreatewear

Making fashion fun.

Sleepless in Bavaria

A sewing, knitting and quilting blog

** I'm Sew Blessed **

~*make it sew*~

Paul Fehm

Literarischer Blog Heidelberg

LUDEE B.

Sewing my legend in Ceylon